Das Gesamtensemble von Schloss Cappenberg liegt auf einer Anhöhe über der Lippe Niederung und geht in seinen Ursprüngen zurück auf ein ehemaliges Prämonstratenser Kloster. Ab dem späten 17. Jh. erfolgte ein umfassender Neubau im Stil des Barock. Das heutige Schlossgebäude wurde dabei als Dreiflügelanlage konzipiert. Nach der Säkularisation 1803 wurde es zu einer Gutsdomäne, später zum Schloss Cappenberg umgewandelt und diente ab 1816 Freiherr zum Stein als Alterssitz, der einige Umbauten vornahm und auch für die Gestaltung der Außenanlagen verantwortlich war. Heute ist die Schlossanlage im Besitz des Grafen von Kanitz. Teilbereiche werden privat genutzt. Die Gebäudebereiche von West- und Hauptflügel werden als Museum genutzt, ein Teil des Westflügels als Standesamt.

Beim Altan handelt es sich um einen nachträglich dem Mittelrisalit der Südfassade (Hauptflügel) angefügten balkonartigen Vorbau an der Rückseite (Gartenseite) des Schlosses. Vier Pfeiler mit Arkadenbögen bilden den Unterbau, der Brüstungsbereich ist durch Postamentpfeiler mit aufgesetzten, aus Zementguß gefertigten Vasen und einer gußeisernen Balustrade gestaltet. Eine auf die originalen Eisenträger aufgegossene Betondecke wurde nachträglich eingebracht. Der Balkonbelag besteht aus Sandsteinplatten. Die Randeinfassung des Bodenaufbaus sowie das die Arkadenbögen abschließende Traufgesims (bzw. Balkongesims) sind in Kupfer abgedeckt. Bei der Neugestaltung des Altans (1872) wurde die ehemals massive Brüstung verändert und die heute vorhandene gußeiserne Balustradenkonstruktion zwischen gesetzt.

Maßnahmen

Die im Sommer/Herbst 2013 durchgeführten Voruntersuchungen haben ergeben, dass im Rahmen einer Fassadensanierung eine reine Putzsanierung bzw. ein Putzneuauftrag an den Fassadenrückseiten nicht möglich ist, sondern mit einer umfangreichen Mauerwerksüberarbeitung, Natursteinrestaurierung und weiteren flankierenden Maßnahmen im Sinne einer denkmalgerechten nachhaltigen Sanierung geplant werden musste. Die Gesamtfassadenflächen umfassen 2110 m². An der West- und Südfassade sind restauratorische Natursteinarbeiten sowie Mauerwerksarbeiten als Untergrundvorbereitung für einen neuen Putzauftrag durchgeführt worden, an den Hofinnenseiten sind nur die Sockelbereiche bearbeitet worden. Als Putzauftrag ist ein Luftkalkmörtel verwendet worden, der sich an den Musterflächen im Jahreszeitenverlauf als der geeignete herausgestellt hat.